Presse und Palästina

„Qualitätsjournalismus“, der von „Social Media“ und ‚Blogs „gefährdet“ wird, pfeift jeder Spatz vom Latrinendach. Aber halten die deutschen Journalisten und Redakteure wirklich, was sie versprechen? Während es ohne Zweifel reichlich merkwürdige Ansichten in einigen Politik-‚Blogs gibt, haben es deutsche „Qualitätsjournalisten“ bis heute nicht geschafft, über den palästinensischen Anerkennungsvorstoß vor der UNO in nicht einem Monat zu berichten – im Gegensatz zu Zeitungen aus Israel, den USA, Frankreich, Großbritannien oder der arabischen Welt. Selektives Gehör bei den Meinungsdackeln?

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GRÜ und BdK: „Real Life“ sofort indizieren!

Saarbrücken (dgs). Das im Juli 2010 von Computer-Postillon vorgestellte Spiel Real Life ist in die Schlagzeilen gekommen. Das Spiel übertrifft viele bisher in Computerspielen gewohnten Standards, ist aber nicht unumstritten. Angestoßen wurde die Debatte vom Bund deutscher Kriminalbeamter (BdK), dessen Sprecher Jansen-Grunert es für unverantwortlich hält, daß dieses Spiel keinerlei Altersbeschränkungen unterworfen ist. Er wies … Weiterlesen

Heute fiel sein Dienst mir schwer…

Skandal! Panik! BILD berichtet! Der verurteilte Kindermörder Gäfgen klagte auf Schadenersatz in Höhe von >10.000€ und Schmerzensgeld, weil ihm Folter angedroht wurde. Er bekam €3.000,- Schadenersatz zugesprochen; Schmerzensgeld bekam er keines. Don’t confuse me with the facts. Welche Zeitung macht den Unterschied zwischen „Schadenersatz“ und „Schmerzensgeld“? Für die Medien hat Gäfgen nicht zu 4/5 verloren, … Weiterlesen

Politische Tektonik

Es gab eine Zeit, da war der „Politische Kompass“ noch in Ordnung – zumindest, wenn man gute politische Scheuklappen hatte.

Links war links, rechts war rechts, Mitte war Mitte.

Liberale waren Liberal – nationalliberal, wirtschaftsliberal, sozialliberal – und nicht rein wirtschafts-libertinär.

Sozialdemokraten waren links, „Grüne“ waren noch weiter links, basisdemokratische und ökologisch, Christdemokraten waren der christlichen Sozialethik und Ehrhards Sozialer Marktwirtschaft verpflichtet und ansonsten rheinisch-katholisch-konservativ.

„Rechte“ waren von vornherein erstmal verdächtig – nichts sollte sich rechts von der Union ansiedeln dürfen, und die Presse leistete hier aus unterschiedlichsten Gründen Schützenhilfe -, und ansonsten Nationalistisch, Xenophob, antieuropäisch, Sexistisch und Antisemitisch.

Echte Männer waren noch echte Männer, denen man gerade noch zutrauen konnte, alle 4 Jahre einmal wählen zu gehen; echte Frauen waren noch echte Frauen, die zwischen Tisch und Bett oszillierten; echte Kinder waren noch echte Kinder, die von echten Frauen erzogen wurden.

Ja, es war eine schöne Zeit – wie gesagt, mit obligatorischen Scheuklappen betrachtet; und spätestens seit den 80er Jahren glichen die immer mehr den Windleitblechen von Dampflokomotiven denn Artikeln im Pferdezubehör, aber was soll’s. Nichts ist perfekt.

Heute? Wer heute seinen in den 70ern geeichten „Politischen Kompaß“ nimmt, um sich zu orientieren – der wacht unter Umständen mit äußerst merkwürdigen Bettgenossen auf.

„Islamkritik“ – eine populistische Ideologie

Während „die Zeit“ Breivik zu recht als „Einzeltäter, aber nicht Einzeldenker“ bezeichnet und Sigmar Gabriel dringend ein Überdenken der Atmosphäre und Diskussionskultur gegenüber Moslems in Deutschland anmahnt, wollen andere Publizisten aus dem Spiegel-eigenen „SPON“ oder der „Welt“ schon wieder die „Islamkritik“ verteidigen. Die „Islamkritik“ ist jedoch ein reiner Euphemismus für eine radikale, rechtspopulistische Ideologie, die unter dem Mantel der „freien Meinungsäußerung“ eine kleine, publizistisch weitgehend wehrlose Minderheit ausgrenzt. Sie ist im besten Falle krankhaft und hysterisch; im schlimmsten Falle eine politisch kalkulierte, bewußte Ausgrenzung einer kleinen Minderheit in Deutschland (5%) wie Europa.

Konsequenzen

Anders Breivik hat vor seiner Tat ein ganzes Buch seiner Weltanschauung hinterlassen. Man sollte sich aber wehren, die Ursache alleine in seinem paranoiden Weltbild zu sehen; der Wahn der Wahnsinnigen hat eben keinen Sinn. Viele Biedermänner durften seit dem 11. September 2001 aber ihre Brandstiftung in großen Parteien und Massenmedien unhinterfragt verbreiten, und das Diskussionsklima ist auf einem allzeitigen Tiefpunkt angelangt. Vielleicht hätten sich Andrea Nahles und die SPD eben nicht dem Populismus beugen sollen und ein deutliches Zeichen gegen Sarrazin setzen.