Wie weit darf ein Streit um Kernkraft gehen?

Manchmal sollte man auch bei hitzigen Themen durchatmen, sich zurücklehnen und dafür sorgen, daß man im Text sachlich bleibt.

Gerade gesehen bei den „AntiAtomPiraten“ im Zusammenhang mit dem Dual Fluid Reaktor:

  1. Ein Artikel in einer Universitätszeitschrift über ein Forschungsergebnis der Kernphysik
  2. Das führte zu (vorhersagbaren) Wellen, so daß der leitende Professor etwas klarstellen mußte (aber nicht an den Aussagen des WiMis, sondern dem Artikel des Journalisten).
  3. …und die AntiAtomPiraten machen daraus: Heiße Luft um den Dual Fluid Reactor, Abschnitt „Trivia“

Der „DFR“ ist ein Konzept, und es ist sicherlich noch Forschungsaufwand und Entwicklung bis zur Serienreife erforderlich (wenn er serienreif werden sollte).

Viele der von Holger Narrog geäußerten Bedenken sind nicht mehr aktuell, z.B. wird flüssiges Blei unter hoher Temperatur nicht zuletzt in Solar-Großkraftwerken eingesetzt, so daß dadurch geeignete Werkstoffe zur Verfügung stehen / erforscht werden. Andere seiner Bedenken sind sicher richtig.

Aber nichts rechtfertigt eine derartig polemische ad-hominem-Argumentation wie in dem obigen Abschnitt der „Anti-Atom-Piraten“!

Eigene Meinung: Wenn der Dual Fluid Reactor (oder irgendein anderer transmutierender Reaktor) das völlig ungelöste Atommüllproblem nicht nur in Deutschland durch Transmutation des hochradioaktiven Atommülls in neue Substanzen mit einer Lagerdauer von 300-500 Jahren lösen kann, dann sollte man ihn erforschen. 300-500 Jahre ist immer noch lange, aber im Vergleich zu den bisherigen mehreren zehntausend bis hunderttausend Jahren wenigstens beherrschbar.

Der DFR hat zumindest den Vorteil der inhärenten Sicherheit (bei Ausfall sämtlicher Systeme schaltet sich der Reaktor aus, und es kommt zu keiner Kernschmelze o.ä.). Wenn er die Lösung darstellt, gut; aber wenn die Lösung am Ende der Bau der Aufbereitungsanlage Wackersdorf und des Schnellen Brüters Kalkar ist, dann werden wir diese Lösung beschreiten müssen. Der Atommüll ist da, die „Endlagerung“ hat nichtmal 20 Jahre lang funktioniert, wir müssen also zusehen, wie wir das Problem lösen.

Comments
3 Responses to “Wie weit darf ein Streit um Kernkraft gehen?”
  1. Rainer Klute sagt:

    Was Armin Huke wirklich gemacht hat, könnt ihr in seiner Dissertation nachlesen: http://opus4.kobv.de/opus4-tuberlin/frontdoor/index/index/docId/380.

    Diese Quelle ist auch recht interessant: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/382858/.

  2. Rainer Klute sagt:

    Die Antiatompiraten müssen schon ganz schön verzweifelt sein, wenn sie zu solchen Methoden Zuflucht suchen! Was wird erst passieren, wenn das Scheitern der Energiewende noch deutlicher wird?

    • dingosaar sagt:

      Ich denke nicht, daß sie „verzweifelt“ sind, sie fühlen sich im Recht.

      Die meisten, die für oder gegen Atomkraft argumentieren, haben sich mit der Materie nicht auseinandergesetzt und führen ihre Grabenkämpfe m.E. nur übers Hörensagen.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: