Die späte Einsicht des Saulus

Welche Partei fällt Ihnen ein, wenn es um eine Strukturreform des deutschen Schulsystems geht?

Nun, eine Partei erwartet man dort eher weniger: die konservative CDU. Umso bedeutsamer, wenn die Bundes-CDU sich entschieden hat, einen längst überfälligen Wandel zu vollziehen und die Hauptschule abschaffen will.

Dabei ist der Schritt von Seiten der Chancen der Schüler längst überfällig. Jeder nicht lernbehinderte Schüler kann die fachlichen Inhalte der Mittleren Reife erfassen; die Hauptschule (oder der H(artz-IV)-Zweig der Erweiterten Realschule o.ä.)  ist ein Abstellgleis von Bildungsversagern geworden, deren Eltern sie nicht fördern können oder wollen und deren Lehrer sie längst aufgegeben haben. Dies weiß die Wirtschaft; ein Hauptschüler macht entweder einen guten Eindruck in einem seiner Praktika und wird (vielleicht) genommen, oder er beginnt eine Odyssee aus kurzfristigen Arbeitsverträgen, Zeitarbeit und immer wieder Arbeitslosigkeit.

Personen mit niedrigem Bildungsstand haben eine Armutsgefährdung von 23% gegenber 15% (damit Durchschnitt) bei Personen mit mittlerem Bildungsstand; außer Arbeitslosen (die man nicht zählen kann, es geht schließlich darum, die Gefahr der Arbeitslosigkeit zu vermindern) haben nur noch Alleinerziehende (mit 37,5%) eine höhere Armutsgefährdungs-Quote. Nach der letzten in der „Saarbrücker Zeitung“ veröffentlichten Statistik verlassen bundesweit wie im Saarland 7% eines Jahrgangs ohne Abschluß die Schule; 24% im Bund und 33% im Saarland erreichen nur den Hauptschulabschluß. In einem Land, das von hochqualifizierten Fachkräften lebt, sind insgesamt 31% zu viel; in einem Bundesland in einer handfesten Wirtschaftskrise durch Umstrukturierung und Lage sind 40% katastrophal und ein Armutszeugnis.

Die Herausforderung des Bildungssystems – von PISA aufgezeigt, von der Kultusministerkonferenz nicht ansatzweise angegangen – ist es, ein durchlässiges System zu werden, das dadurch in der Breite möglichst viele Schüler zu einem qualitativ hochwertigen Abschluß führt – PISA testet nur den dritten Aspekt, und diejenigen Länder wie Bayern und Baden-Württemberg, die auf dieser Säule erfolgreich sind, versagen mehr oder weniger kläglich an der anderen Säule. Wir erinnern uns an Schulaufsätze: Rechtschreibung sehr gut, Stil gut, Grammatik gut, aber Thema verfehlt – Gesamtnote mangelhaft.

„Revolutionäre Idee“ – von Anno 1809

Die Idee einer gemeinsamen Schule, wie es sie in vielen Ländern gibt, wurde in Deutschland vor über 200 Jahren im „Königsberger Schulplan“ des Wilhelm von Humboldt niedergelegt. Humboldts Idee ist auch eine Vision und ein Ideal – alle Kinder mit bestandenem Zentralabitur von der Schule zu entlassen, wird nicht gelingen. Integriertes gemeinsames Lernen jedoch hat seinen Sinn in vielen Ländern Europas und weltweit unter Beweis gestellt. Humboldts „Litauischer Schulplan“ erklärt einen gemeinsamen Grundstock an Bildung als Voraussetzung:

Denn der gemeinste Tagelöhner und der am feinsten Ausgebildete muß in seinem Gemüt ursprünglich gleichgestimmt werden, wenn jener nicht unter der Menschenwürde roh und dieser nicht unter der Menschenkraft sentimental, schimärisch und verschroben werden soll.

Schon damals erklärte Humboldt nicht ein Pensum eines seinerzeit noch überschaubaren Wissens als Lehrplan; im Gegenteil sieht er die Aneignung von Wissen im Königsberger Schulplan als Lehrplan an:

Der Zweck des Schulunterrichts ist die Übung der Fähigkeiten und die Erwerbung der Kenntnisse, ohne welche wissenschaftliche Einsicht und Kunstfertigkeit unmöglich ist. Beide sollen durch ihn vorbereitet, der junge Mensch soll in Stand gesetzt werden, den Stoff … teils jetzt schon wirklich zu sammeln, teils künftig nach Gefallen sammeln zu können und die intellektuell-mechanischen Kräfte auszubilden. Er ist also auf doppelte Weise, einmal mit dem Lernen selbst, dann mit dem Lernen des Lernens beschäftigt…
Der Schüler ist reif, wenn er so viel bei andern gelernt hat, daß er nun für sich selbst zu lernen im Stande ist.

Das Problem einer fehlenden Durchlässigkeit erörtert Humboldt auch schon 1809:

[In der] Absicht, daß die Mittelschulen für diejenigen, die auf höheren Unterricht Verzicht leisten, bestimmt sein sollen, bestreite ich dieselben. Da … die Bestimmung eines Kindes oft sehr lange unentschieden bleibt, so bringen sie den Nachteil hervor, daß leicht Verwechslungen vorgehen, der künftige Gelehrte zu lange in Mittelschulen, der künftige Handwerker zu lange in gelehrten verweilt und daraus Verbildungen entstehen.

Würde man die Sprache behutsam modernisieren, man kann sich vorstellen, wie die „Vereinigung der Oberstudiendirektoren an Gymnasien im Saarland“ (VOS) hier eine „haßerfüllte Anarchistenrede“ witterte. Das Problem, daß ein Lehrer nach Ende der vierten Klasse vor allem über das Umfeld der Eltern und mittels Kaffeesatzleserei entscheiden kann, in welche Schule ein Kind kommen soll – schon hier steht es schwarz auf weiß.

Jedoch spricht Humboldt hier schon ein Thema an, das jetzt – über 200 Jahre später – gelöst werden sollte: das Kind, das das saarländische „G8“ nicht mitmachen kann, jedoch von der Realschule nicht gefordert wird, hat keine adäquate Schulform. Das gestufte Schulsystem zwingt die Eltern und Lehrer, zwischen zwei verschiedenen Betten des Prokrustes zu wählen.

Die „Schule für Alle“

Außer in Deutschland und Österreich ist gemeinsames Lernen bis zur 9. Klasse gang und gäbe. Und das hat Gründe. Bevor die Abwehrreflexe wieder überhand nehmen konnten, orientierten sich viele Politiker nach dem „PISA-Schock“ an Ländern mit langem gemeinsamen Lernen.

Eine gemeinsame Schule soll das System der real existierenden „Einheitsschulen“ Realschule und Gymnasium nicht weiterführen, indem nun nur noch ein Prokrustes’sches Bett zur Verfügung steht; im Gegenteil sollen schon frühzeitig Begabungen erkannt und Mängel durch Basis-, Erweiterungs-, und Förderkurse behoben werden.

Ein hochbegabter Schüler wird so durch mehrere Erweiterungskurse immer noch brillieren können, während zusätzliche Förderkurse ihm helfen, wo nötig den Anschluß im Basiskurs wieder zu erreichen. Man könnte sagen, daß dieses System der gemeinsamen Schulform aus den zwei Schulformen plus Abstellgleis, wie sie momentan existieren, jedem Schüler eine eigene Schulform anbietet. Es bleibt abzuwarten, ob in der Durchführung dieses System auch die Zahl der volkswirtschaftlich schädlichen „Underachiever“ vermindert, also Menschen, die trotz Begabung nur einen niedrigen Abschluß erreichen.

Ein weiteres Mißverständnis sollte noch ausgeräumt werden: Mit einer „gemeinsamen Schule“ ist eine gemeinsame Schulform gemeint. Aktuelle Grundschulen hätten gar nicht die Kapazität, wirklich bis zur 9. Klasse Unterricht für alle Schüler anzubieten; „gemeinsames Lernen“ im Sinne von Lernen nach gemeinsamen Lehrplänen und mit gemeinsamen Vorgaben ist klar wünschenswert, aber es wäre falsch, Kinder nach der neunten Klasse im schlechten Fall für ein Jahr bis zu ihrer Mittleren Reife auf eine andere Schule zu schicken.

Wichtig ist, daß ein Schüler beliebig die Schule wechseln kann und auch bei einem „Durchhänger“ nicht mehr von seiner Schule „abgeschoben“ wird, sondern vielleicht sogar die Chance bekommt, den Anschluß wieder zu bekommen. Auf Gymnasien werden aber weiterhin die Schüler mit Masse den Eintritt in die gymnasiale Oberstufe anstreben.

Oberstufengymnasium – das Gymnasium der Zukunft

Mit einer Reform der Lehrpläne der Klassen fünf bis neun können Gymnasien auch endlich nach den Fehlern von „G8“ wieder für Schüler erreichbar werden, die bis zu einer höheren Klasse ein anderes Abschlußziel hatten.

Ein gymnasialer Abschluß nach zwölf Schuljahren ist immer noch ein sinnvolles Ziel, um die Schüler jünger (und eigentlich auch mit weniger Ballast, und besser auf ein Studium vorbereitet) von der Schule zu entlassen. Die Reformierte Oberstufe mit ihren drei Leistungskursen und einem Schwerpunktfach ist ein Erfolgsmodell und sollte genau so belassen (oder wieder eingeführt) werden.

Dies muß aber bedeuten, die Lehrpläne der Unter- und Mittelstufe grundlegend zu überarbeiten und zu straffen, und nicht den gleichen – überladenen – Lehrplan nach dem Prinzip „Nürnberger Trichter“ nun in fünf statt sechs Jahren durchzupeitschen. Kernkompetenzen für weiteres Leben und Universität, allen voran das „Lernen lernen“, müssen in Unter- und Mittelstufe mindestens den gleichen Stellenwert wie die Vermittlung von spezifischem Wissen haben.

Wenn die VOS reißerisch postuliert: „Das Gymnasium im Saarland ist in höchster Gefahr!“, so übersieht sie, daß das Schiff mit der dilettantischen und unvorbereiteten Einführung von „G8“ schon längst leckgeschlagen ist. Schlagseite hatte es schon lange vorher, seit sich Professoren an Universitäten über Abiturienten beschweren und damals-Kanzlerkandidatin Angela Merkel den Universitäten Aufnahmeprüfungen vorschlug. Auch die Abschaffung des bewährten Kurssystems der Reformierten Oberstufe erweist sich als Rückschritt und Fehlschlag.

Völlig unverständlich ist die Behauptung von Gerd Brosowski, Direktor des Otto-Hahn-Gymnasiums Saarbrücken, mit der Abschaffung der verbindlichen Empfehlung würden Kinder, die die Anlagen zum Gymnasium hätten, per Losverfahren ausgesteuert. Einerseits hat das em. mathematisch-naturwissenschaftliche OHG sich um einen neusprachlichen Zweig erweitert, um für mehr Schüler in Frage zu kommen; andererseits ist im Gegenteil mit einem drastischen Absinken der Schülerzahlen zu rechnen, so daß es für jedes Gymnasium attraktiv sein sollte, mehr Anmeldungen zu bekommen – und wenn die Schüler nur die Unter- und Mittelstufe im Gymnasium absolvieren.

Sollte es wirklich an einzelnen Gymnasien zu mehr Bewerbungen als Plätzen kommen, so gibt es selbst in Saarbrücken genügend andere Gymnasien jedes Zweiges; und das OHG beweist selbst, daß es jedem Oberstudiendirektor freisteht, bei entsprechender Nachfrage neue Zweige einzurichten. Die Erfahrung an Universitäten zeigt auch, daß sich viele Schüler an mehreren Gymnasien bewerben werden. Wenn die Schüler an einem Gymnasium aufgenommen werden, das in ihrer persönlichen Reihung weiter oben steht, werden sie die Bewerbung an anderen Schulen zurückziehen, wodurch die oberen und mittleren Plätze der Wartelisten immer eine sehr gute Chance auf Aufnahme haben werden. Herr Brosowski malt hier einen Teufel an die Wand, den bei nüchterner Betrachtung andere Menschen so nicht sehen können.

Sachfremde Ideologien

Mindestens die Hälfte der Debatten um die richtige Schulform sind ideologische Grabenkämpfe auf dem Rücken der Kinder. Es wird behauptet, eine solche Schule sei mit konservativer, oder der „liberalen“ Politik der FDP/DPS, nicht zu vereinbaren.

Die Möglichkeit, seine Bildung nach individuellen Begabungen zu gestalten – wie dies in der Reformierten Oberstufe der 90er-Jahre schon deutschlandweit gang und gäbe war – anstelle einen Einheitsunterricht, spricht dabei den jungen Menschen nicht als schulpolitische Verfügungsmasse, sondern als Person an; Förderstufen und -Pläne billigen ihm dabei zu, in seiner schwierigen Lebensphase auch Mäkel zu haben, bei deren Bewältigung die Gemeinschaft ihm hilft. Damit sind Personalitäts- und Solidaritätsprinzip, zwei der drei Grundsäulen der christlichen Sozialethik, erfüllt.

Kritisiert wurde, daß die Disziplinargewalt über die Lehrer im Kultusministerium liegt, und nicht beim Direktor der Schule; „Rußland ist groß, und der Zar ist weit“. Es hat sich auch gezeigt, daß ein gutes Konzept der Vergangenheit – die Integrierte Gesamtschule – mit am Widerstand der Lehrer gescheitert ist. Mit einer Verlagerung der Disziplinargewalt, aber auch einer freieren Budgetierung für Fahrten und Projekte und der Möglichkeit, in Grenzen bei wahrgenommenen Problemen selbst gegenzusteuern, würde die dritte wichtige Säule der Soziallehre, das Subsidiaritätsprinzip, angesprochen.

Man sollte sich in Deutschland wieder von der falschen Vorstellung freimachen, daß „liberal“ rein „wirtschaftsliberal“ oder „marktradikal“ bedeutet. Liberal – und auch nicht „Neoliberal“ – ist die Vorstellung, daß alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind. Die österreichische Partei „Liberales Forum“ (LiF) hat dies in ihrer Charta vorbildlich auf den Punkt gebracht:

Die Sicherheit der materiellen Existenz ist eine Voraussetzung persönlicher Freiheit. Daraus leitet sich die soziale Dimension liberaler Politik ab. Freiheit von Armut und Not zu gewährleisten stellt eine unteilbare Aufgabe des Einzelnen und der Gesellschaft dar. Niemand soll der Eigenverantwortung enthoben, aber niemand soll der Hilflosigkeit preisgegeben werden.

Der Kernsatz ist hierbei auch, niemanden der Eigenverantwortung zu entheben. In der modernen Gesellschaft, nicht zu Unrecht als „Informationsgesellschaft“ bezeichnet, stellt Bildung eine der wichtigsten Voraussetzungen für diese Freiheit von Armut und Not dar – zum Zusammenhang zwischen Armutsgefährdung und Bildungsstand siehe oben.

Eigenverantwortung eines Schülers oder seiner Eltern, trotz Zugehörigkeit zu einer sog. „bildungsfernen Schicht“ einen hohen Bildungsabschluß anzustreben, entspricht den Idealen des echten Liberalismus mehr, als seine eigene Schicht nach unten abzuschotten – und das Beispiel Südkorea zeigt, daß es auch volkswirtschaftlich sehr sinnvoll ist (s.u.).

Die Freiheit, gemäß den eigenen Begabungen gefordert und gemäß den eigenen Bedürfnissen gefördert zu werden, ist ebenfalls ein gewichtiges Argument gegen Einheits-Gymnasien und Einheits-Realschulen und für flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten.

Die „Bewahrer des Alten“

Leider hat sich gezeigt, daß weiterer Widerstand einerseits von Lehrern und Direktoren, andererseits von Eltern kommen kann, die einen Qualitätsverfall der Bildung befürchten. Die größten Fans der Hauptschule, die sich immer wieder gegen eine integrierte Zusammenlegung mit den Realschulzweigen aussprechen sind – Mütter von Realschülern. Eltern von Gymnasiasten waren es, die in Hamburg mit der Initiative „Wir wollen lernen (ohne Schmuddelkinder)“ die Nachteile der Bürgerbeteiligung deutlich machten.

Es ist klar und sollte eine Lehre vieler Fehlstarts sein, daß eine Reform der Schule auf gemeinsames Lernen bis zur neunten Klasse gut vorbereitet werden muß – die Erarbeitung des Konzeptes erfordert zum jetzigen Stand nicht einmal die Regierungsverantwortung.

Die Probleme des „G8“-Projektes in Bayern zeigen, daß sich derartige Reformen nicht ohne intensive Vorbereitung durchsetzen lassen. Wichtig wird es, die Ausarbeitung nicht nur den Verwaltern des aktuellen Systems, Studienräten bis Oberstudiendirektoren, zu überlassen; durch eine Reform dieser Magnitüde wird es möglich, getestete und statistisch abgesicherte, jedoch an den konservativen bis hin zu reaktionären „real existierenden Lehrpersonal“ bisher gescheiterte Konzepte aus den pädagogischen Fakultäten der Universitäten umzusetzen. Als dritte Säule können Fachleute aus Beruf wie dem Lehrkörper der Fachhochschulen ihren Beitrag zur fachlichen Gestaltung der Fächer leisten.

Wer jedoch nur Schüler, Eltern und Lehrer beteiligen will, wird eine schulstrategische Reform dieses Gewichts nicht meistern können.

Der Kultusminister und der Ministerpräsident haben klar die Richtlinienkompetenz in der Bildung, aber Bedenken – teils durch die Beharrungskräfte des überkommenen Systems, aber auch aus der Erfahrung, daß die Leidtragenden jeder weitreichenden Reform die ersten so unterrichteten Schüler und Studenten waren, teils über eine lange Zeit hinaus – müssen ernstgenommen und angesprochen werden. Ziel sollte es sein, wenn eine Volksabstimmung über das Reformwerk durchgeführt wird, daß sich in dieser eine Mehrheit der Menschen für die Reform ausspricht und hinter ihr steht.

Dies erfordert es, die Ergebnisse der Beratungen nicht nur Fachkreisen zugänglich zu machen, sondern in Form einer guten Öffentlichkeitsarbeit auch dem (laizistischen) Wähler zu vermitteln – als konkretes Reformvorhaben, oder im erweiterten Wahlkampf.

Fallstudie Südkorea

Südkorea war nach dem Koreakrieg eines der fünf ärmsten Länder weltweit. Schon unter japanischer Besatzung wurden aber die Ständeschranken beim Zugang zu Bildung aufgehoben, und durch das konfuzianische Bildungsideal war es in weiten Teilen der Bevölkerung ein Ziel, in die Klasse der Gelehrten, der Seonbi, aufzusteigen.

Unter großen Opfern sandten so Eltern ihre Kinder auf Schulen und Universitäten. Dies zeigte Wirkung. Von einem pro-Kopf-Bruttosozialprodukt von 100USD 1963 überflügelte bereits 1969 das ursprünglich ländlich geprägte Südkorea das ursprünglich industrielle Nordkorea; 1977 überschritt das BSP pro Person die 1.000$-Schwelle; 1995 erreichte es 10.000$. Heute gehört Südkorea zu den wirtschaftlich stärksten Ländern
weltweit; in der Nutzung der Informationstechnologie hat es auch Europa weit überholt.

Nicht nur an diesem – wohl krassesten – Beispiel zeigt sich, daß eine gute Breitenbildung auf hohem Niveau Garant für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ist.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: