Gleich und gleicher

Kennt jemand Goslar? Da war doch noch was… Nee, habe mich geirrt, das war Wetzlar. Gibt’s das überhaupt? – Nee, wieder falsch, das war Bielefeld!

Goslar ist eine Kleinstadt im Harz. Ein wenig bekannt ist sie, weil sie eine der wenigen Gleichstellungsbeauftragten hatte, die sich auch um die Belange von Männern und besonders Jungen gekümmert hat – und jetzt sehr viel bekannter, weil sie Monika Ebeling (SPD) mit Stimmen von Linke, GRÜ, SPD, FDP und einigen von der CDU abberufen hat. Begründung? Sie habe sich formell nichts zuschulden kommen lassen, sich jedoch zu viel für Männer eingesetzt.

Hat sie sich ausschließlich für Männer eingesetzt? – Nein, Frauenförderung hat sie auch betrieben – nur halt nicht ausschließlich. Sie hat darauf geachtet, daß keine widerlegten Vorurteile transportiert werden (auch deutsche Männer können häusliche Gewalt erfahren). Wo Frauen benachteiligt werden, muß man sie fördern; wo Frauen sich nur benachteiligt fühlen, wäre eine Opferrolle künstlich.

Ja, das leuchtet mir ein. Es ist schließlich nicht neu, daß auch Jungen benachteiligt werden – vor allem beim so wichtigen Thema Bildung. Auch die Kirche hat das Bedürfnis von Männern erkannt. Und wo Frauen nicht in einer Opferrolle sind, soll man sie in keine künstliche drängenProbleme mit dem Selbstbild hat doch jeder genügend. Genau darum geht es schließlich im „Gender Mainstreaming“. Das ist doch alles positiv, oder? – Äääh… guck‘ mal, was ich kann!

Wenn Stimmen aus allen Fraktionen einer Gleichstellungsbeauftragten (oder irgend jemand anderem) das Vertrauen entziehen, dann sollte man sich das näher ansehen – andererseits sind sich dagegen FAZ, Focus, Süddeutsche, taz, NDR, ZEIT und SPIEGEL einig in der Kritik daran. Die GRÜ wiederum kritisiert die „einseitige Berichterstattung“ dieser grundverschiedenen Medien. „Schatz, die melden, da wäre einE GeisterfahrerIn auf der AutobahnIn.“ – „EineR? Hunderte!!!“

Geschichte des deutschen Frauenbildes (vereinfachte Kurzversion)

Im Westen gab es die Unterschicht; hier schuftete der Mann, und die Frau schuftete, wo sie auch auf die Kinder aufpassen konnte. Es gab Bürger; auch hier – der Mann konnte in Vollzeit arbeiten, die Frau arbeitete mit und kümmerte sich um die Kinder, und weil sie sowieso da war, auch das Haus. In der Oberschicht war der Mann aktiv; die Frau konnte es sich leisten, als dekoratives Beiwerk nicht zu arbeiten und sogar die Kinder den Bediensteten zu überlassen. Und jeder strebte danach, möglichst aufzusteigen; und die da oben strebten danach, oben zu bleiben.

Industrielle Revolution. Unterschicht: Frauen und Kinder mußten arbeiten; im Bürgertum brauchten Frauen nicht mehr zu arbeiten, im Adel sowieso nicht. Frauen- und Kinderarbeit haftete der Ruch der Unterschicht an. Frauenarbeit in bürgerlichen Berufen war am Ende nicht nur verpönt, sondern verboten: Witwen, die nicht mehr heirateten, hatten teilweise gewaltige Probleme, selbständig – ohne Vormund – ein Geschäft weiterzuführen oder zu forschen (Marie Curie). Dies – eine Witwe, die das Geschäft des Mannes weiterführte – war auch so ziemlich die einzige gesellschaftlich akzeptierte Form der Frauenarbeit. Bürgerliche Frauen, die arbeiten wollten, wurden nicht akzeptiert. Und so begann die Frauenbewegung.

Der Krieg ist der Vater aller Dinge

Dann kamen die modernen Kriege. „Schultze Kathrin“, das Dienstmädchen Katherine Weisgerber, holte im Krieg 1870-71 in der Schlacht um die Spicherer Höhen Verwundete aus dem Kampfgebiet und besorgte Sterbenden Priester. Im Ersten Weltkrieg übernahmen Frauen Berufe, die heute noch Männerdomänen sind. Im Zweiten Weltkrieg wurden Frauen als Krankenschwestern und Fernmelder („Blitzmädchen“) eingesetzt – und zahlten dafür einen hohen Preis (sie wurden teilweise nicht als Kriegsgefangene anerkannt, sondern als einfache Sträflinge bedeutend schlechter behandelt).

„Schultze Kathin“ war ein Symbol. Wenn selbst dieses Dienstmädchen soviel Opferbereitschaft und Mut bewies, wie konnte da ein einziger deutscher Mann zurückstehen? Diese Deutung schmälert noch heute ihre Anerkennung; dabei betreute sie die Verwundeten unabhängig von ihrer Nationalität. Als Mann, und ohne den propagandistischen Mißbrauch, wäre schon längst eine Bundeswehr-Sanitätskaserne nach ihr benannt. So aber wurde 1945 das Mädchengymnasium in Saarbrücken in „Gymnasium am Rotenbühl“ umbenannt; Katherine Weisgerber ist jetzt Patronin einer „standesgemäßen“ Realschule.

Die Frauen, die im Ersten Weltkrieg in der Rüstung arbeiteten, bekamen besondere Ehrerbietung. Sie opferten sich, etwas zu tun, was überhaupt nicht ihre Aufgabe war; Krieg – die Weiterführung der Politik mit anderen Mitteln – betraf sie nicht, weil Politik sie nicht betraf. Politik war Männersache, daß Frauen trotzdem einen Teil beitrugen – dazu noch in einer nicht geschlechtsgemäßen Arbeit – bekam höchste Anerkennung. Selbst Bürgerinnen sandten „Liebesgaben“.

Nach dem Krieg bedankte man sich artig mit einem feuchten Händedruck bei den Frauen in der Industrie und „setzte sie wieder frei“ – was besonders für Kriegerwitwen und Frauen von Kriegsversehrten, vor allem in der folgenden Wirtschaftskrise, hart war.

Zweiter Weltkrieg. Typisch weibliche Krankenschwestern waren opferbereite Vorbilder; Frauen in Männerberufen wie Fernmeldedienst „Flintenweiber“. Ganz wenige Frauen – wie Hanna Reitsch, Beate Uhse, Melitta Stauffenberg – schafften es, in Männerdomänen einzubrechen; für die Machthaber war vor allem Reitsch ein Politikum. Alice Schwarzer verzieh Beate Uhse nie, sich zu einer so männlich-technischen Tätigkeit wie der Fliegerei herabgelassen zu haben.

Nachkriegszeit. In der DDR, wie in vielen wirtschaftlich schwachen Ländern, mußten Frauen mehr Aufgaben übernehmen – und bekamen so eine höhere Bedeutung. In der BRD mußten erst die „Trümmerfrauen“ aufräumen, weil die meisten Männer in Kriegsgefangenschaft oder vermißt waren. Während des Wirtschaftswunders kam es zum „Fräuleinwunder“, junge Frauen mit immer besserer Ausbildung.

Aber die Regierung war so restaurativ, daß Mario Adorf nach Italien auswanderte. Im Gegensatz zu Frankreich und der DDR war die Familie mit einem Ernährer Leitbild der Politik; in viel zu vielen Köpfen immer noch das Bild, das Frauenarbeit mit geringem Status assoziierte. Während man in Frankreich vor einigen Jahren die erste männliche Hebamme ausgebildet hat und im Iran Bauingenieurinnen die ganze Arbeiterkolonne strammstehen lassen, gibt es heute noch in Deutschland viel zu viele „männliche“ und „weibliche“ Berufe.

Wunsch und Wirklichkeit

Es ist Aufgabe des Staates, Schieflagen zu beseitigen. Wo eine Gruppe unterproportional selten ist, prüft er, ob das geändert werden soll. Dabei gibt es „wünschenswert“ bis „dringend und wichtig“: Es wäre wünschenswert, mehr Frauen in MINT zu haben (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik). Es ist dringend und wichtig, mehr Männer im Erziehungsbereich einzusetzen, weil Kindern in vielen Familien männliche Bezugspersonen fehlen.

Grau ist alle Theorie…

Wie erkennt man eine Schieflage? Lobbyorganisationen helfen. Was tut man gegen eine Schieflage – tritt der Staat als Konkurrent mit eigenen Angeboten auf, beauftragt er  Träger oder schafft er gesetzliche Rahmenbedingungen? Meistens alles drei; wenn es keine vergleichbaren Vorbilder gibt oder man die nicht heranziehen will – oder die übernommene Lösung durch Kompromisse zu stark verändert ist – hilft nur Versuch und Irrtum. Lobbyisten helfen bei der Meinungsbildung.

Wie üblich also: Zufriedenstellende Lösungen gibt es vor allem für den, der am besten organisiert ist und beachtet wird. Multiplikatorenfunktionen in den entsprechenden Interessenvertretungen bedeuten Macht und Prestige.

Wo Geld, Macht und Prestige verteilt werden, da braucht niemand lange zu suchen, bis konkurrierende Bewerber auf der Bildfläche auftreten. Man sollte meinen, je besser sich ein Thema tatsächlich messen (objektiv quantifizieren) läßt, desto besser die Kontrolle der Betroffenen über ihre Vertreter.

…und grün des Lebens güld’ner Baum.

In der Praxis ist das ein gewaltiges Problem. Das fängt schon beim Messen an. Erziehungswissenschaftler maßen, daß Jungen in der Schule häufiger die Aufmerksamkeit des Lehrers haben, als Mädchen – ganz klar, Mädchen müssen gefördert werden.

Dann sah sich jemand die Statistik der Schulabschlüsse an und stutzte. Also nochmal zurück zum Start. Aha – „Aufmerksamkeit“ bedeutet auch, ausgeschimpft und ins Klassenbuch eingetragen zu werden. Angeblich ist aber jede Aufmerksamkeit gut, auch Nerv- und Ekelwerbung erfüllt ihren Zweck.

Zwei Probleme: Diese Aussage ist auch in der Werbung umstritten (wieder Meßproblem – gibt es mehr oder weniger Verkäufe wegen oder trotz der Kampagne?) – und schließlich, ein pubertierender Siebtklässler ist kein Müsli oder T-Shirt, das auf Käufer wartet! Dafür ist es aber gerade in der Schule sehr einfach, Erfolg zu prüfen. Also, anhand der Notentabelle prüfen, welche Noten bei der ganzen Schlacht um Aufmerksamkeit rausgekommen sind.

Hm. Das ist dann wohl der Grund dafür, daß in der Naturwissenschaft ein Ergebnis noch nicht vollständig veröffentlicht ist, wenn mindestens zwei andere Stellen es nachvollziehen und die Methodik hinterfragen.

Und die demokratische Kontrolle der Funktionäre?

Die was?!? Wo Mismanagern und Pleitebankern saftige Boni winken, wo der CGB behauptet, Zeitarbeitnehmer zu vertreten, wo ein Interessenvertreter sich durch eigene Erklärung legitimiert? Klar, und die Kinder bringt der Storch!

Cui Bono? „Die“ Frauen?

40 Jahre Feminismus in der Politik, auch in der Regierung. Dann sollten doch Ergebnisse in der Bundesrepublik zu sehen sein?

  • Geburtenrate: 1,6.
  • Vierfach erhöhtes Armutsrisiko bei Alleinerziehenden, v.a. Frauen, gegenüber der Gesamtheit.
  • Frauen in Führungspositionen großer Unternehmen weit hinter dem internationalen Durchschnitt.
  • Weibliche Professorenrate geringer als in der Türkei.
  • Das Durchschnittseinkommen von Frauen liegt 23% unter dem der Männer.
  • „Mädchen in Männerberufe“, „Girl’s Day“ – durch die Bank zu wenig, kaum Wirkung.
  • 75% der Ausbildungsverträge junger Frauen werden in 6,6% der Ausbildungsberufen unterschrieben – vor allem im sozialen und Dienstleistungsbereich.
  • Ein Link bei den Haecksen machte mich auf den Artikel „Der Trick mit dem Klo“ von Claudia Pinl aufmerksam, der heute noch so aktuell ist wie vor 8 Jahren.

An diesen Früchten gemessen, könnte man vom Feminismus beeindruckter sein.

Einen wirklichen Nutzen vom Feminismus scheint es nur zu geben für – einige Feministen selbst.

  • Gleichstellungsbeauftragte haben mit wenigen Ausnahmen einen durchwachsenen Ruf. Sie können wirksam arbeiten und sich um die Belange aller Benachteiligten kümmern – oder einfach nur Geld in Frauenbibliotheken verpulvern, die von den meisten Frauen nicht angenommen werden.
  • Lehrstühle für „Frauenforschung“ – oft ein reines Politikum ohne weiterführenden Nutzen.
  • Gendering-Beauftragte: siehe unter „ABM-Stelle“.
  • Presseduelle zwischen „Agro-Rappern“ und schillernden Berufsfeministen wie der unsäglichen Alice Schwarzer haben den Charakter von „Pro-Wrestling“-Catchen – ein inszeniertes Spiel ohne Verlierer: Die Presse stellt beide zielgruppengerecht dar, oftmals in den selben Worten.

Besitzstandswahrung

Sehr gut klappt es, wenn sich Feministen und Alt-68er gegen eine äußere Bedrohung (sprich: „Kritik“) wehren müssen:

Götz Alys Buch „Unser Kampf“ hat sehr viele gute Ansätze, die man weiter untersuchen und kontrovers diskutieren sollte. Dagegen steht die Rentnerfront der 68er, „die Reihen fest geschlossen“. (Sorry, coudn’t resist – und in diesem Zusammenhang auch nicht geschmacklos.)

Eva Hermanns Meinung kann man teilen oder nicht; sie hat jedoch ohne jeden Zweifel das Recht und die Freiheit, sie zu haben und zu äußern. Ihre Aussage – wenn man sie denn entschlüsselt hat – ist auch nichts Neues: daß der Ikonoklasmus der 68er viel zu häufig das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und die Lage höchstens verschlimmbessert hat – andere haben das weit besser ausgedrückt.

Die Schlammschlacht danach nahm die Züge eines Anti-Epos an, wie man es sonst nur von Affären wie Jenninger oder dem Film „Hitler – eine Karriere“ kannte. Der NDR-Programmdirektor Volker Herres entblödete sich, mit dem Neologismus „Mutterkreuzzug“ Godwin’s Gesetz zu bestätigen. Johannes B. Kerner sorgte für einen Eklat, am Ende verteidigten Menschen Eva Hermann, die ihre Meinung absolut nicht teilen. Das widerum ist ein gesundes Phänomen der pluralistischen Demokratie: „Ich werde Ihre Meinung bis an mein Lebensende bekämpfen, aber ich werde mich mit allen Kräften dafür einsetzen, daß Sie sie haben und aussprechen dürfen.“ — Voltaire

Nutzt das wenigstens auch Frauen „außerhalb der Seilschaft“? Mitnichten – Verbraucherschutzministerin Andrea Fischer (GRÜ) wurde „Bäurinnenopfer“, während Joschka Fischer weiter nach Art eines Duodezfürsten Zoten wie das „Fischer-Visum“ der Ukraine und der Forderung nach teuren amerikanischen Flugzeugen für die Bundeswehr produzierte. Wenn Jürgen Trittin ein Fettnäpfchen ausließ, dann muß er es übersehen haben.

Irrlehren und Anti-Irrlehren

Alice Schwarzer wird die Aussage zugeschrieben, das Ziel des Feminismus sei erreicht, wenn die Personalchefin den männlichen Bewerber nach seinem Kinderwunsch befrage. Und genau in dieser Aussage steckt schon die ganze Irrlehre des Feminismus: Es geht nicht darum, die Diskriminierung zu überwinden, sondern sie durch eine neue – matriarchalische – zu ersetzen. Feministische Theologie will das Transzendente nicht als geschlechtslos begreifen, das vom Männlichen genauso weit entfernt ist wie vom Weiblichen – es geht darum, mit konstruierten Begründungen Weiblichkeit herbeizureden („el ruach“). „Herstory“ hinterfragt nicht die Fixierung der Geschichtswissenschaft auf Persönlichkeiten und will auch nicht dafür sorgen, daß Protagonisten unabhängig von ihrem Geschlecht und Stand nach ihren individuellen Leistungen bewertet werden – sie will die Geschichte mit weiblichen Schlüsselpersönlichkeiten neu schreiben.

Jetzt schwingt das Pendel zurück. Ein Link, der von Ebelings Webseite in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Bürgermeister entfernt wurde (beide behaupten, das veranlaßt zu haben – was wohl auch richtig ist, wer der „Erste“ war, ist unerheblich), führt zu einer Väterorganisation – sehr emotional und sehr verbittert, dokumentiert er, daß diese Väter Hilfe brauchen. agens e.V., ein maskulistischer Verein, initiiert u.a. einen Negativpreis für „männerverunglimpfende“ Werbung. Jahressieger 2010: Schuhwerbung, in der sich ein Mann von einer Frau mit Schuhen versohlen läßt. Gewaltverherrlichend? Männerfeindlich? Die „Emma“ könnte den Spot genauso gut als „frauenfeindlich“ auszeichnen, weil die Frau als „Sklavin“ dargestellt werde, die den Kommandos des Mannes gehorcht und durch ihre Stummheit zum Objekt degradiert werde. Das wäre genauso Bull.

Eine Konferenz dieser neuen Antifeminismus-Bewegung wurde von autonomen Gruppen angegriffen. Ist also Antifeminismus die Lösung? Eine Organisation, die Genderregelungen kritisch hinterfragt und die dort so häufigen Stilblüten publik macht: Ja. Eine „Amtmännin“ ist lachhaft. In Uni-Publikationen auch immer schön von „Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ oder gar „Mitarbeitenden“ zu reden, stört einfach nur und löst kein Problem. – In Broschüren von Studiengängen mit niedrigem Frauenanteil besonders Frauen vorzustellen – und umgekehrt, wir erinnern uns, Erzieher – kann dagegen sinnvoll sein.

Eine ideologische Anti-Ideologie, die genau wie ihr Gegner nicht zwischen Sexismus und Sex unterscheidet und Dinge anprangert, die sich die Feministen schon vor 20 Jahren abgewöhnt haben? Nein. Im Gegenteil: Sie hält den stark nekrotischen Feminismus künstlich am Leben.

In antifeministischen Webseiten finden sich häufig Frauen, die ihr Recht, zur Erziehung daheim zu bleiben, gegen die „Feministen“ verteidigen wollen. Damit jedoch offenbart sich schon, daß die neue Bewegung keine Zukunft hat.

Diskriminierung und Förderung – und das wahre Leben

Eine Feministin, die sich beklagt, sie werde als Rabenmutter bezeichnet, wenn sie ihr Kind in ein Spatzennest gibt, redet genauso dummes Zeug wie eine Antifeministin, die sich als Hausfrau-und-Mutter von „Feministen“ angegriffen fühlt. Kinderbetreuung? Klar, wenn Du ein passendes Angebot mit gut qualifiziertem Personal findest. Hausfrau? Wenn Du Dir das leisten kannst und es mit Deinem Partner ausmachst: Warum nicht?

Und daran scheitern heute beide Ideologien: Sie sprechen das Problem der Menschen in der aktuellen Gesellschaft nicht an. Beide Partner arbeiten nicht als Lifestyle-DINKs (Double Income No Kids), sondern um sich ihren Lebensstandard (incl. notwendiger privater Altersvorsorge) leisten zu können – besonders, wenn Kinder da sind.

Dagegen ist jungen Frauen schmerzlich bewußt, daß Förderungen immer nur das „kleinere Übel“ sind. Mit ihnen – im amerikanischen bekannt unter dem JFK-Neologismus „Affirmative Action“ – treibt man den Teufel ungünstiger und nachteiliger Rahmenbedingungen mit dem Beelzebuth einer Bevorzugung aus – man versucht, eine Diskriminierung durch eine andere auszugleichen. Als „Quotenfrau“ bezeichnet der Volksmund eine Frau, die nicht wegen ihrer Leistungen eingestellt wurde. In jedem Bereich schlagen Betroffene eine solche „Affirmative Action“ oft aus, selbst wenn sie sie eigentlich dringend bräuchten.

Eine Gleichstellungsbeauftragte wie Monika Ebeling wäre ein wichtiges Zeichen, daß die Umbenennung der „Frauenbeauftragten“ in „Gleichstellungsbeauftragte“ eine Veränderung berücksichtigt, anstelle ein sprachlicher Marketing-Gag zu sein.

Eine gesicherte berufliche Zukunft, gute Kinderbetreuung, für Kinder aus allen Schichten gute Aufstiegs- und Bildungsmöglichkeiten – das sind die Herausforderungen, an denen die Politik im Moment versagt. Wenn sich das ändert, dann läßt sich die Studentin auch gerne als Student bezeichnen, die Doktrix als Doktor, die Mitarbeiterin als Mitarbeiter.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: