GRÜ und BdK: “Real Life” sofort indizieren!

Saarbrücken (dgs). Das im Juli 2010 von Computer-Postillon vorgestellte Spiel Real Life ist in die Schlagzeilen gekommen. Das Spiel übertrifft viele bisher in Computerspielen gewohnten Standards, ist aber nicht unumstritten.

Anders Behring Breivik im Chemieanzug

Zusammenhangloses Breivik-Studiobild zur Steigerung der Auflage.

Angestoßen wurde die Debatte vom Bund deutscher Kriminalbeamter (BdK), dessen Sprecher Jansen-Grunert es für unverantwortlich hält, daß dieses Spiel keinerlei Altersbeschränkungen unterworfen ist. Er wies darauf hin, daß sämtliche Amokläufer und Gewalttäter der letzten Jahrzehnte Real Life-Betatester waren. Jüngst wurde entdeckt, daß der Norwegen-Attentäter Anders Behring Breivik ebenfalls bis zuletzt Real Life-Spieler war – auch wenn er eigenen Angaben zufolge die letzten acht Jahre versuchte, sich aus dem Spiel zurückzuziehen. Es wird noch geprüft, ob die Ursache für Breiviks Anschläge simple Entzugserscheinungen zum Spiel sein könnten.

Dies sind Fakten, denen man sich nicht verschließen kann, sagte Jansen-Grunert, Der BdK hat schon in der frühen Entwicklungszeit des Spieles mit einem “Proof-of-Concept” auf Mißbrauchsmöglichkeiten hingewiesen. Wenn man eine Leiche auf dem Hamburger Rathausmarkt plazieren kann, so sind auch anderen Mißbräuchen Tür und Tor geöffnet!

Ebenso sprach sich die stellvertretende Sekretärin der GRÜ-Bundestagsfraktion, Renate Roth-Wieland, aus. Wenn soviele straffällig gewordene Menschen und Rechtsextreme eines gemeinsam haben: Real Life, sagte sie in einer Pressekonferenz, so bleibt der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften und Medien (BPjS&M) doch gar nichts anderes übrig, als das Spiel zu indizieren. Gemeinsam mit dem BdK wird unsere Partei das Verfahren jedenfalls beobachten und der BPjS&M bei jedem neuen Gewaltakt, dessen Tätern Teilnahme an Real Life nachgewiesen werden kann oder dies von einer Putzfrau vermutet wird, die Frage stellen, was für Argumente sie noch für eine Indizierung bracht!

Insbesondere das Vorkommen von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen sollte es der BPjS&M eigentlich einfach möglich machen, das Spiel zu indizieren. Man würde es gerne und sofort machen, sagte ein Mitarbeiter der BPjS&M, der nicht genannt werden möchte, weil dieser Autor sich gerade keinen Namen ausdenken will. Problem scheint die neuartige Verbreitungs- und Installationsart zu sein: Während die Verbreitung ohne Zweifel den Tatbestand der Pornographie darstelle, liege das Problem in der neuartigen Installationsart, die weder eine Schrift noch ein Medium sei. Der Mitarbeiter befürchtet, die BPjS&M sei dafür nicht zuständig, betont aber, daß die BPjS&M seit jeher Schriften und Medien, die die Verbreitung und Installation von Real Life fördern wollen indiziert. Er verweist auf das laufende Indizierungsverfahren gegen das Netzkürzel RTFM (Read The F-Word Manual!) sowie darin besagtes Fucking-Manual.

Dem BdK reicht dies nicht. Wir forderten schon in der Vergangenheit einen Notschalter, mit dem Deutschland ganz oder teilweise vom Internet getrennt werden kann, wie sich das in anderen Ländern mit vorbildlicher Sicherheits-Infrastruktur bereits über jeden Zweifel erhaben bewährt hat, so Grunert-Jansen. Ein ehemaliger Vorsitzender von uns wurde bereits mit einem hohen Orden eines Staates ausgezeichnet, der diese Infrastruktur weit früher über das Internet hinaus gedacht hat. Wenn Real Life auf anderem Wege nicht beizukommen ist, so muß man hierüber nachdenken. Wie Kanzlerin Angela Merkel schon sagte: “Es darf keine Denkverbote geben!”

Äußerungen vieler Akademiker, Politiker und auch besorgter Bürger, es gebe keine Kausalität in der Korrelation und es liege ein sogenannter Cum hoc ergo propter hoc-Fehler vor, wiesen alle drei Parteien als “Neo-Liberale Träumerei” zurück. Unsere Partei arbeitete immer schon nach dem Grundsatz: “Unter den Talaren der Muff von tausend Jahren!”, und wir lehnen aus diesem Grunde derartige reaktionäre Altgriechische Sentenzen ab!, beschloß Renate Roth-Wieland die Debatte. Direkt an die Adresse der “Bedenkenträger” antwortete sie: Quatsch! So ein Unsinn! Das Killerspiel ist das Problem!

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