“Islamkritik” – eine populistische Ideologie

Während “die Zeit” Breivik zu recht als “Einzeltäter, aber nicht Einzeldenker” bezeichnet und Sigmar Gabriel dringend ein Überdenken der Atmosphäre und Diskussionskultur gegenüber Moslems in Deutschland anmahnt, wollen andere Publizisten aus dem Spiegel-eigenen “SPON” oder der “Welt” schon wieder die “Islamkritik” verteidigen. Die “Islamkritik” ist jedoch ein reiner Euphemismus für eine radikale, rechtspopulistische Ideologie, die unter dem Mantel der “freien Meinungsäußerung” eine kleine, publizistisch weitgehend wehrlose Minderheit ausgrenzt. Sie ist im besten Falle krankhaft und hysterisch; im schlimmsten Falle eine politisch kalkulierte, bewußte Ausgrenzung einer kleinen Minderheit in Deutschland (5%) wie Europa.

Konsequenzen

Anders Breivik hat vor seiner Tat ein ganzes Buch seiner Weltanschauung hinterlassen. Man sollte sich aber wehren, die Ursache alleine in seinem paranoiden Weltbild zu sehen; der Wahn der Wahnsinnigen hat eben keinen Sinn. Viele Biedermänner durften seit dem 11. September 2001 aber ihre Brandstiftung in großen Parteien und Massenmedien unhinterfragt verbreiten, und das Diskussionsklima ist auf einem allzeitigen Tiefpunkt angelangt. Vielleicht hätten sich Andrea Nahles und die SPD eben nicht dem Populismus beugen sollen und ein deutliches Zeichen gegen Sarrazin setzen.

20. Juli: Tag des verwelkten Feigenblatts (Vergangenheitsbewältigung 1)

“Vergangenheitsbewältigung” ist ein Unwort für die Unfähigkeit der Bundesrepublik Deutschlands, sich ihrer eigenen Geschichte wirklich zu stellen. Ein kurzer Blick auf drei Schlagzeilen, die besonders das bundesdeutsche Problem der “Vergangenheitsbewältigung” im Jahr 2011 beleuchten:

  • Gedenktag zum Hitler-Attentat des 20. Juli 1944, einer der Gründungsmythen er Bundesrepublik
  • Auflösung des Grabes von Rudolf Heß nach Pilgerfahrten und “Gedenkmärschen” von Rechtsextremisten
  • Die Gedenkstätten der ehemaligen Aktion-Reinhardt-Lager in Sobibor, Treblinka und Belzec verfallen, von Deutschland kommen keine Gelder

In einer dreiteiligen Serie geht DingoSaar ihnen nach und bringt sie mit dem Problem der deutschen Geschichte in Zusammenhang.

Wer schützt unsere Leistung vor dem Leistungsschutz?

Im Koalitionsvertrag steht ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Dieses Recht ist für freie Autoren, mit und ohne Gewerbe, gefährlich. Das Leistungsschutzrecht stellt auch kleine ‘Blogger mit einem Bein in den Gerichtssaal. Die Verleger bekommen ein gefährliches juristisches Instrument gegen unerwünschte freie “Konkurrenz” in die Hand; aber die Reaktion von Google, gegen die das Recht eigentlich gemacht worden ist, haben sie dabei wahrscheinlich nicht einkalkuliert.

Das Hornberger PID-Schießen

Der Bundestag beschloß am 7. Juli eine beschränkte Zulassung der PID (Präimplantations-Diagnostik). Erschreckend war, daß es sowohl im Vorfeld in den Medien als auch in den Diskussionen im Bundestag vielfach nicht um real existierende PID ging, sondern Schlagwörter wie “Designerbaby”, “Selektion” und “lebensunwertes Leben” die Debatte bestimmten. Designerbabies jetzt schon verbieten zu wollen, wäre dasselbe, als hätte die Legislative nach Leipnitz’ Rechenmaschine 1673 schon das Internet reglementieren wollen.

Atom-Allergie oder natürliche Reaktion?

Fukushima hat zu starken Emotionen in Deutschland geführt und weite Kreise gezogen; während andere Länder – wie Frankreich – ein wenig über Sicherheit diskutierten, was aber schnell und brutal abgewürgt wurde, mobilisiert Fukushima in Deutschland die Atomkraftgegner neu und bringt Demonstrationen hervor, die man nicht mehr für möglich gehalten hat. Schien sich bisher der Fatalismus … Weiterlesen

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